Domain mit Bindestrich: Regeln, SEO und wann es passt

Aktualisiert: 4 Min. Lesezeit Redaktion DomainAvail
Kurz gesagt

Eine Domain mit Bindestrich ist technisch kein Problem: Bindestriche sind überall erlaubt, außer am Anfang, am Ende und gleichzeitig an dritter und vierter Stelle. Suchmaschinen werten sie nicht ab. Der eigentliche Nachteil ist menschlich: Leute vergessen den Strich beim Tippen und Sagen, und Besucher landen bei der Schreibweise ohne.

Im englischsprachigen Raum gilt der Bindestrich in Domains oft als Notlösung. In Deutschland ist er ganz normal. Lange Komposita, Familiennamen mit Ort, Handwerksbetriebe mit Stadtteil: Viele .de-Domains wären ohne Strich kaum lesbar. Trotzdem lohnt ein genauer Blick, bevor du dich festlegst. Die Regeln sind einfach, die Nebenwirkungen nicht.

Domain mit Bindestrich: die technischen Regeln

Domainnamen folgen der „LDH“-Regel aus den DNS-Standards: Buchstaben, Ziffern, Bindestrich. Dazu kommt:

  • Kein Bindestrich am Anfang oder am Ende.
  • Keine Bindestriche gleichzeitig an dritter und vierter Stelle. Diese Kombination ist für internationalisierte Domains reserviert, die intern mit xn-- beginnen (RFC 5891).
  • Höchstens 63 Zeichen vor der Endung.

Die DENIC wendet dieselben Regeln auf .de an. Der Whois sagt deutlich, wenn ein Name nicht zulässig ist:

NameZulässig?Grund
schreinerei-mueller.deJaBindestrich in der Mitte
schreinerei-mueller-koeln.deJaMehrere Bindestriche sind erlaubt
-mueller.deNeinBeginnt mit Bindestrich
mueller-.deNeinEndet mit Bindestrich
ab—cd.deNeinBindestriche an Stelle 3 und 4, DENIC meldet Status: invalid
holz—werk.deJaDoppelter Strich, aber nicht an Stelle 3 und 4

Bindestrich in der Domain: schlecht für SEO?

Nein, und auch nicht gut. Es gibt keine Abwertung für Bindestriche. Suchmaschinen zerlegen „schreinereimueller“ ohne Hilfe in Wörter, und der Domainname ist im Vergleich zu Inhalt und Links ein schwaches Signal.

Der schlechte Ruf stammt aus den 2000er-Jahren, als Leute Domains wie guenstige-ferienwohnung-ostsee-buchen.de registriert haben, um für Suchbegriffe zu ranken. Solche Namen wirken auf Menschen bis heute nach Spam, und dieser Eindruck zählt mehr als jeder Algorithmus. Ein Bindestrich zwischen zwei echten Wörtern ist normal. Drei oder vier sehen nach Werbeseite aus.

Der eigentliche Nachteil: der vergessene Strich

Die Probleme zeigen sich im Alltag:

  • Am Telefon. „Schreinerei Bindestrich Müller“ oder „Minus“? Du wirst es jahrelang buchstabieren.
  • Beim Tippen. Wer den Namen gehört hat, tippt ihn ohne Strich. Gehört diese Variante jemand anderem, landen deine Besucher dort.
  • Bei E-Mail. Adressen wie [email protected] werden in Formularen etwas häufiger falsch eingegeben.
  • Bei Verwechslung. Sitzt unter der Schreibweise ohne Strich ein Betrieb aus deiner Branche, bist du immer die zweite Adresse.

Den letzten Punkt solltest du vor der Entscheidung prüfen. Ist die Variante ohne Strich frei, registriere sie mit. Ist sie geparkt oder ungenutzt, ist das Risiko klein. Gehört sie einem aktiven Wettbewerber, nimm einen anderen Namen. Wie du das abfragst, steht unter Domain-Verfügbarkeit prüfen.

Umlaut, Bindestrich oder beides?

Eine deutsche Besonderheit: Bei Namen wie „Müller“ hast du drei Schreibweisen zur Auswahl, müller.de, mueller.de und eventuell mit Bindestrich. Umlaut-Domains funktionieren seit 2004, machen aber in E-Mail-Adressen und älteren Formularen Ärger. Die pragmatische Lösung für einen Betrieb: die ue-Schreibweise als Hauptdomain, die Umlaut-Variante als Umleitung, und den Bindestrich nur dort, wo Wörter sonst unlesbar zusammenkleben.

Wann der Bindestrich die richtige Wahl ist

  • Die Wörter kleben schlecht zusammen. Manche Kombinationen ergeben zusammengeschrieben ein ungewolltes Wort oder lassen sich falsch trennen. Der Strich löst das sofort.
  • Lange Komposita. „Garten-und-landschaftsbau“ ist lesbarer als die Buchstabenschlange.
  • Lokale Betriebe, deren Kunden über Suche oder Kartendienste kommen und die Adresse selten tippen.
  • Du hast beide Varianten. Dann nimm die besser lesbare und leite die andere um.

Bindestrich, andere Endung oder anderer Name?

OptionStärkeSchwäche
ZusammengeschriebenLeicht zu sagenOft vergeben, manchmal unlesbar
Mit BindestrichMeist frei, StandardpreisBesucher tippen ohne Strich
Gleicher Name, andere EndungSaubere SchreibweiseLeute tippen trotzdem .de
Neuer NameSauberer NeustartMehr Arbeit

Für einen Betrieb in Deutschland ist die .de mit Bindestrich oft besser als derselbe Name unter einer exotischen Endung. Welche Endungen sich als Ausweichlösung eignen, steht unter Alternative, wenn .com vergeben ist, neue Kandidaten findest du bei den Domain-Namen-Ideen. Ist die Wunschvariante ohne Strich vergeben, aber ungenutzt, lies vorher Domain vergeben: was tun?.

Kurze Checkliste

  1. Gehört die Schreibweise ohne Strich einem Wettbewerber? Dann nicht.
  2. Kann jemand den Namen nach einmaligem Hören richtig tippen?
  3. Reicht ein Bindestrich?
  4. Kannst du die Variante ohne Strich jetzt oder später mitregistrieren?

Entscheidest du dich für den Strich, sichere die Variante ohne mit, wenn sie frei ist, und leite sie um. Beide Schreibweisen kannst du in einem Rutsch in der Domain-Suche prüfen. Der Preis ist mit und ohne Strich gleich: eine .de-Domain anmelden kostet 2,99 € im Jahr, die übrigen Endungen stehen in der Preisübersicht.

Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei Domain-Preise vergleichen – Jahrespreis ab 2,99 €.

Häufige Fragen

Darf eine Domain zwei Bindestriche haben?

Ja, solange sie nicht gemeinsam an dritter und vierter Stelle stehen und der Name nicht mit einem Bindestrich beginnt oder endet. Bei .de sind mehrere Bindestriche üblich, etwa bei Namen aus Ort, Branche und Familienname.

Bindestrich oder zusammenschreiben?

Wenn die zusammengeschriebene Form gut lesbar ist und frei, nimm sie. Wenn die Wörter zusammen unlesbar werden oder ein ungewolltes Wort ergeben, ist der Bindestrich besser. Ideal ist, beide Varianten zu registrieren und eine umzuleiten.

Ist ein Gedankenstrich in der Domain möglich?

Nein, nur der normale Bindestrich aus der ASCII-Tabelle. Halbgeviertstriche oder Geviertstriche würden aus dem Namen eine internationalisierte Domain mit xn-- machen, was so gut wie nie gewollt ist.

Hilft der Bindestrich Google beim Erkennen der Wörter?

Höchstens minimal. Suchmaschinen trennen zusammengeschriebene Wörter zuverlässig, und der Domainname ist ohnehin ein schwaches Signal. Entscheide nach Lesbarkeit, nicht nach SEO.