Eine kurze Domain zu finden, heißt heute meist: fünf bis sieben Buchstaben, aussprechbar, oft ein Kunstwort. Ein-, zwei- und dreistellige Namen sind bei .de und .com praktisch vollständig vergeben. Kurze Namen in neuen Endungen gibt es noch, viele Registries verlangen dafür aber Premium-Preise.
„Kurz“ bedeutet für jeden etwas anderes. Für Domainhändler drei Zeichen. Für jemanden, der einen Firmennamen sucht, alles unter zehn Buchstaben, das man am Telefon sagen kann. Die nützliche Frage lautet deshalb nicht „wie kurz geht es“, sondern „was ist der kürzeste Name, der noch frei ist und trotzdem als Name funktioniert“. Die Antwort hängt stark an der Endung.
Kurze Domains bei .de und .com: was noch übrig ist
| Länge (nur Buchstaben) | Kombinationen | .de | .com |
|---|---|---|---|
| 1 | 26 | Seit 2009 erlaubt, vergeben | Reserviert bis auf drei Altregistrierungen |
| 2 | 676 | Praktisch vergeben | Vergeben |
| 3 | 17.576 | Praktisch vergeben | Vergeben |
| 4 | 456.976 | Aussprechbare weg, Zufallsfolgen teils frei | Aussprechbare weg |
| 5 | rund 11,9 Mio. | Kunstwörter oft frei | Kunstwörter manchmal frei |
| 6+ | weit mehr | Realistisch | Realistisch für Kunstwörter und Kombinationen |
Ziffern und Bindestriche vergrößern den Vorrat, aber Namen wie „x7q.de“ oder „ab-c.de“ sind schwer zu sagen und leicht zu vertippen. Für eine Marke taugen sie selten.
Die Konsequenz: Wer eine .de oder .com braucht, zielt auf sechs bis zehn Buchstaben mit aussprechbarer Struktur. Muss der Name vier Buchstaben oder kürzer sein, bleibt der Zweitmarkt oder eine andere Endung.
Die Freigabe von 2009 bei .de
Bis Oktober 2009 mussten .de-Domains mindestens drei Zeichen haben und durften nicht nur aus Ziffern bestehen. Dann hat die DENIC diese Grenzen aufgehoben. Ein- und zweistellige Namen, reine Zahlen wie „123.de“ und Namen, die einer Top-Level-Domain entsprechen, wurden registrierbar. Die attraktiven Kombinationen waren schnell vergeben.
Für dich heißt das: Auf eine kurze .de zu warten, ist meist sinnlos. Wird eine davon gelöscht, sind die Catching-Dienste da, beschrieben unter Drop-Catching.
Kurze Namen in anderen Endungen
Neue Endungen haben noch kurze Namen. Der Haken ist der Preis. Viele Registries haben kurze Zeichenfolgen und Wörterbuchbegriffe in Premium-Stufen sortiert, eine dreistellige .app oder .online kostet dann ein Vielfaches des Standards, manchmal jedes Jahr. Wie das funktioniert, steht unter Premium-Domain und Registry-Preis.
Bei .de gibt es so etwas nicht. Die DENIC verlangt einen Einheitspreis, weshalb eine kurze, freie .de-Domain genauso 2,99 € kostet wie eine lange.
Kurze Domain finden: 5 Wege
- Ein Kunstwort mit klarem Klangmuster bilden. Konsonant-Vokal-Folgen wie KVKVK („lomir“, „tavex“) sind leicht zu sprechen. Hunderte davon lassen sich erzeugen und gesammelt prüfen.
- Vorsichtig einen Vokal weglassen. „Farnwrk“ statt „Farnwerk“ funktioniert nur, wenn das Wort bekannt ist, und ist eine Hürde beim Schreiben. Unbedingt testen.
- Eine Endung mit Standardpreis wählen. Nicht jeder kurze Name in jeder Endung ist Premium. Eine Suche, die den Preis zu jedem Ergebnis zeigt, klärt das schnell.
- Freiwerdende kurze Namen beobachten. Vier- und fünfstellige Namen werden gelöscht. Wann, steht unter Wann wird eine Domain frei?.
- Auf dem Zweitmarkt kaufen. Für eine starke Marke kann eine fünfstellige .de vom Inhaber mehr wert sein als Jahre mit einem umständlichen Namen.
Für den ersten Weg genügt ein kleines Python-Skript:
import itertools, random
konsonanten = "bdfgklmnprstvz"
vokale = "aeiou"
namen = ["".join(p) for p in itertools.product(konsonanten, vokale, konsonanten, vokale, konsonanten)]
random.shuffle(namen)
print(len(namen))
print(namen[:10])
Das ergibt 14 × 5 × 14 × 5 × 14 = 68.600 fünfstellige Folgen. Mischen, ein paar Hundert durchlesen, die behalten, die wie ein Wort klingen, aber keins sind, und die Liste prüfen. Viele sind vergeben, aber du findest freie Namen deutlich schneller als durch Raten.
Kurz und kryptisch oder länger und klar?
Kürzer ist nicht automatisch besser. Ein kurzes Kunstwort muss gelernt werden, niemand weiß, was „tavex“ macht. Ein längerer beschreibender Name erklärt sich selbst, ist aber schwerer als Marke zu schützen und leichter mit Wettbewerbern zu verwechseln.
| Kurzes Kunstwort (5–6 Buchstaben) | Beschreibend (10–15 Buchstaben) | |
|---|---|---|
| Merkbar, wenn bekannt | Ja | Ja |
| Sofort verständlich | Nein | Ja |
| Markenschutz | Leichter | Schwerer |
| Frei als .de | Oft | Oft als Kombination |
| Tippfehler-Risiko | Je nach Schreibweise | Höher bei langen Wörtern |
Ein guter Mittelweg ist ein kurzes echtes Wort mit Zusatz, etwa „farnwerk“ oder „moosstudio“. Weitere Muster stehen bei den Domain-Namen-Ideen.
Vierstellige Namen: realistische Optionen
Bei vier Buchstaben geben viele die Suche nach einer .com auf. Bei .de lohnt es sich, zwei Arten zu unterscheiden. Aussprechbare Namen wie „veso“ oder „kiro“ sind knapp und auf dem Zweitmarkt teuer. Abkürzungen, etwa die Initialen einer Firma, finden sich häufiger frei, sagen aber Leuten, die dich nicht kennen, wenig.
Ist deine Marke tatsächlich eine Abkürzung, kombiniere sie mit einem Wort: „abc-recht“ oder „abcstudio“ ist länger, erklärt aber, was du machst. Willst du einen aussprechbaren Vierbuchstabennamen, plane ein Budget für den Kauf ein, oder geh auf fünf Buchstaben. Dort sind Kunstwörter noch oft genug frei, dass sich die Suche lohnt.
Ein freier kurzer Name zum Standardpreis kostet so viel wie jeder andere in der Endung, etwa 14,99 € für eine .com-Domain. Premium-Namen und Angebote vom Zweitmarkt folgen eigenen Preisen.
Um viele kurze Kandidaten auf einmal zu testen, gibst du sie in die Domain-Suche über alle Endungen ein. Was zum Standardpreis zurückkommt, ist deine echte Shortlist.
Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei betadomain – Jahrespreis ab 2,99 €.
Häufige Fragen
Seit wann gibt es einstellige .de-Domains?
Seit Oktober 2009. Damals hat die DENIC ein- und zweistellige Domains, reine Zahlen-Domains und Namen, die einer Top-Level-Domain entsprechen, freigegeben. Die guten Kombinationen waren innerhalb kurzer Zeit vergeben.
Gibt es noch dreistellige .de-Domains?
Als Neuregistrierung praktisch nicht, zumindest nicht aus reinen Buchstaben. Mit Ziffern oder Bindestrich findet sich gelegentlich etwas, aber solche Namen sind schwer zu merken. Ansonsten bleibt der Kauf vom Inhaber.
Kostet eine kurze .de-Domain mehr?
Nicht bei der Registry. Die DENIC verlangt für jede .de-Domain denselben Preis, egal wie lang. Teuer werden kurze .de-Namen nur auf dem Zweitmarkt, wenn ein Inhaber sie verkauft.
Ist eine kurze Domain besser für SEO?
Nicht direkt. Suchmaschinen bewerten kürzere Domains nicht besser. Kurze Namen helfen beim Merken und Eintippen, was indirekt nützt, weil Leute dich leichter wiederfinden und verlinken.