Die Verfügbarkeit einer Domain prüfst du zuverlässig nur bei der Registry. Eine Registrar-Suche fragt live per EPP nach und bekommt frei oder vergeben zurück. Für .de zeigt der DENIC-Whois „Status: free“ oder „Status: connect“. Ein DNS-Test allein sagt nichts, weil registrierte Domains ohne Nameserver genauso aussehen wie freie.
Die meisten prüfen die Verfügbarkeit einer Domain, indem sie den Namen in ein Suchfeld tippen und dem grünen Haken glauben. Meistens stimmt das auch. Spannend wird es, wenn zwei Tools zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen oder eine Domain, unter der seit Jahren nichts läuft, als vergeben gilt. Beides lässt sich erklären, sobald klar ist, welche Frage welches Werkzeug eigentlich stellt.
Domain-Verfügbarkeit prüfen: drei Wege im Vergleich
| Methode | Was gefragt wird | Beantwortet „kann ich sie registrieren?“ | Schwachstelle |
|---|---|---|---|
| Registrar-Suche | Die Registry, live per EPP | Ja | Nur wenn der Anbieter wirklich live abfragt |
| Whois / RDAP | Den öffentlichen Datensatz der Registry | Meistens | Reservierte Namen erscheinen als „nicht gefunden“ |
DNS (dig, Browser) | Ob der Name auflöst | Nein | Registrierte Domains ohne Nameserver sehen frei aus |
Nur die erste Methode ist eine echte Verfügbarkeitsprüfung. Whois und RDAP sind gut darin zu zeigen, warum ein Name vergeben ist. DNS beantwortet eine ganz andere Frage, nämlich ob unter dem Namen gerade etwas läuft.
Was eine Registrar-Suche bei der Registry abfragt
Wenn du bei einem Registrar suchst, spricht der per EPP mit der Registry, für .de also mit der DENIC in Frankfurt, für .com mit Verisign. Der Befehl heißt check und ist in RFC 5731 festgelegt:
<epp xmlns="urn:ietf:params:xml:ns:epp-1.0">
<command>
<check>
<domain:check xmlns:domain="urn:ietf:params:xml:ns:domain-1.0">
<domain:name>baeckerei-kassel.com</domain:name>
</domain:check>
</check>
</command>
</epp>
Die Antwort enthält pro Name avail="1" oder avail="0", bei vergebenen Namen oft mit Begründung. Registries, die Premium-Namen verkaufen, liefern über die Fee-Extension (RFC 8748) gleich den Preis mit. Deshalb kann eine Suche „frei, aber 900 € im Jahr“ melden statt nur „frei“.
Wichtig für die Praxis: Das Ergebnis gilt für den Moment der Abfrage. Es ist keine Reservierung. Sehen zwei Leute gleichzeitig „frei“, bekommt die Domain, wer zuerst bestellt.
Domain-Abfrage bei der DENIC: der Whois für .de
Für .de-Domains gibt es den Whois der DENIC. Auf der Kommandozeile reicht ein Befehl:
whois -h whois.denic.de google.de
Domain: google.de
Nserver: ns1.google.com
Nserver: ns2.google.com
Nserver: ns3.google.com
Nserver: ns4.google.com
Status: connect
Changed: 2018-03-12T21:44:25+01:00
Für einen freien Namen ist die Antwort kurz:
Domain: qwxzkjhv-test-frei-8821.de
Status: free
Inhaberdaten gibt der Port-43-Whois nicht heraus. Wer lieber im Browser schaut, nutzt die Domainabfrage auf denic.de. Dort steht bei frisch gelöschten Domains ein Hinweis, dass sich der Name in der Redemption Grace Period befindet, also 30 Tage lang nur für den bisherigen Inhaber reserviert ist. Was danach passiert, steht unter Wann wird eine Domain frei?.
Eine Besonderheit von .de: Im DENIC-Datensatz gibt es kein Ablaufdatum. Eine .de-Domain bleibt registriert, bis sie aktiv gelöscht wird. Wer im Whois nach einem „Expiry Date“ sucht, wird bei .de also nicht fündig.
Whois und RDAP für .com und andere Endungen
Für generische Endungen wie .com hat RDAP den alten Whois abgelöst. ICANN hat die Whois-Pflicht für gTLD-Registries und -Registrare im Januar 2025 beendet, viele Server antworten aber noch. RDAP ist eine einfache HTTPS-Abfrage:
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}\n" \
https://rdap.verisign.com/com/v1/domain/qwxz-nonexist-88211.com
404
404 heißt: Die .com-Registry kennt den Namen nicht. Bei einer registrierten Domain kommt JSON zurück, mit Status, Registrierungs- und Ablaufdatum. Welcher RDAP-Server für welche Endung zuständig ist, veröffentlicht die IANA unter data.iana.org/rdap/dns.json.
Ein Haken bleibt: Reservierte oder gesperrte Namen haben keinen Inhaber und erscheinen deshalb im Whois als nicht vorhanden. Die EPP-Abfrage lehnt sie trotzdem ab. Das ist einer von mehreren Gründen, warum eine Domain nicht verfügbar ist, obwohl sie frei aussieht.
Warum der DNS-Test nicht reicht
Naheliegend ist, die Domain im Browser aufzurufen oder dig zu bemühen und bei einer Fehlermeldung auf „frei“ zu schließen. Das geht öfter schief, als man denkt.
dig nonexist-qwxz-88211.de +noall +comments | grep status
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NXDOMAIN, id: 52150
NXDOMAIN heißt nur, dass der Name nicht im DNS eingetragen ist. Genau dieselbe Antwort liefern eine registrierte Domain ohne Nameserver, eine gesperrte Domain und eine gelöschte .de-Domain in der Redemption Grace Period. Alle drei sind nicht frei.
Mehrere Domains gleichzeitig prüfen
Bei der Namenssuche prüft man selten einen Namen. Eher zehn Namen in fünf Endungen. Per Whois wird man dabei schnell ausgebremst, und die DENIC erlaubt die Nutzung ihrer Daten ohnehin nur für technische oder rechtliche Zwecke.
Praktischer ist eine Suche, die viele Endungen in einem Durchgang abfragt. Bei betadomain kannst du deinen Wunschnamen über Hunderte Endungen prüfen und siehst neben jedem Ergebnis den Jahrespreis. Das ist wichtig, weil derselbe Name als .de-Domain 2,99 € kostet, als .com 14,99 € und in manchen neuen Endungen ein Vielfaches. Wer Abfragen aus einem Skript oder einem KI-Agenten heraus braucht, findet die gleiche Prüfung in der Domain-API für Entwickler.
Wenn die Antwort „vergeben“ lautet
Vergeben heißt nicht immer endgültig. Manchmal ist die Domain gerade gelöscht worden, manchmal verkauft der Inhaber, und manchmal ist eine andere Endung ohnehin die bessere Wahl. Die Möglichkeiten stehen unter Domain vergeben: was tun?. Zeigt die Suche einen auffällig hohen Preis, steckt meist ein Registry-Premium dahinter, erklärt im Artikel zur Premium-Domain und ihrem Registry-Preis.
Ist der Name frei, warte nicht lange. Vergleiche kurz den Verlängerungspreis in der aktuellen Preisliste und registriere ihn, solange er noch zu haben ist.
Schritt für Schritt
- Namen in einer Registrar-Suche eingebenGib den vollständigen Namen mit Endung ein. Die Suche fragt live bei der Registry an und zeigt frei, vergeben oder Premium.
- Vergebene Namen im Whois oder RDAP nachschlagenFür .de den DENIC-Whois oder die Domainabfrage auf denic.de nutzen, für .com den RDAP-Server von Verisign. So siehst du Status und Nameserver.
- Status richtig lesenconnect heißt registriert. Ein Hinweis auf die Redemption Grace Period heißt gelöscht, aber 30 Tage für den bisherigen Inhaber reserviert.
- Andere Endungen gegenprüfenDen gleichen Namen unter .com, .eu oder .at prüfen und dabei auf den Verlängerungspreis achten.
- Freien Namen sofort registrierenDomains werden nach dem Prinzip „wer zuerst kommt“ vergeben. Bis zur Registrierung ist nichts reserviert.
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Häufige Fragen
Kann jemand meine Domain wegschnappen, nur weil ich nach ihr gesucht habe?
Eine Suche bei einem Registrar reserviert nichts und veröffentlicht nichts. Die Sorge geht auf einen Fall von 2008 zurück, als ein großer US-Registrar gesuchte Namen kurz für sich festhielt. Sicher ist trotzdem nur eins: Wenn dir der Name wichtig ist, registriere ihn noch am selben Tag.
Warum zeigt die DENIC-Abfrage keinen Inhaber an?
Der Whois auf Port 43 gibt bei .de seit Jahren keine Inhaberdaten mehr heraus, nur Nameserver, Status und Änderungsdatum. Wer ein berechtigtes Interesse hat, etwa wegen einer Rechtsverletzung, kann bei DENIC eine Auskunft beantragen.
Wie prüfe ich viele Domains auf einmal?
Mit einer Domain-Suche, die einen Namen über viele Endungen gleichzeitig abfragt, oder mit einer Domain-API. Den DENIC-Whois in einer Schleife abzufragen, ist keine gute Idee: Die Abfragen sind begrenzt, und die Nutzungsbedingungen erlauben nur technische oder rechtliche Zwecke.
Was bedeutet „Status: connect“ bei einer .de-Domain?
Die Domain ist registriert und mit Nameservern im DNS eingetragen. Ob darunter eine Website läuft, verrät der Status nicht. Auch eine Domain, die nur für E-Mail oder gar nicht genutzt wird, steht auf connect.