Domain-Backorder: So funktioniert die Vorbestellung

Aktualisiert: 4 Min. Lesezeit Redaktion DomainAvail
Kurz gesagt

Ein Domain-Backorder ist ein Auftrag an einen Registrar oder Catching-Dienst, eine bestimmte Domain zu registrieren, sobald sie gelöscht und freigegeben wird. Er reserviert vorher nichts. Verlängert der Inhaber, läuft der Auftrag ins Leere. Bestellen mehrere denselben Namen beim selben Dienst, entscheidet meist eine Auktion.

Eine Domain, die du willst, wurde gelöscht, und in 30 Tagen ist sie frei. Jeden Morgen nachsehen und hoffen? Ein Backorder ist die Alternative: Jemand anderes beobachtet den Namen und versucht, ihn im richtigen Moment zu registrieren. Das Prinzip ist einfach, aber die Details entscheiden, ob ein Backorder eine vernünftige kleine Wette ist oder rausgeworfenes Geld.

Was ein Domain-Backorder ist und was nicht

Ein Backorder ist eine Anweisung: „Wenn dieser Name frei wird, registriere ihn für mich.“ Eine Reservierung ist er nicht. Die Registry weiß nichts von deinem Auftrag, und den aktuellen Inhaber betrifft er nicht. Der kann weiter verlängern, bei .com bis zum Ende der Redemption Period, bei .de bis zum Ende der 30-tägigen Redemption Grace Period nach der Löschung.

Wer fragt, ob ein Backorder eine Domain „sichert“: nein. Er bringt dich für den Moment der Freigabe in Position. Ob es diesen Moment gibt, entscheiden allein Inhaber und Anbieter.

Wie funktioniert ein Domain-Backorder?

WegWie die Domain erwischt wirdTypisches KostenmodellGeeignet für
Backorder beim RegistrarDein Anbieter versucht die Registrierung zur FreigabeGebühr vorab oder bei ErfolgWenig gefragte Namen
Drop-Catching-DienstViele parallele Verbindungen zur RegistryZahlung bei Erfolg, Auktion bei mehreren InteressentenBegehrte Namen
Auktion beim Registrar des InhabersDomain wird vor der Löschung verkauft (bei gTLDs)AuktionspreisNamen bei Registraren mit eigenen Auktionen
Selbst beobachtenDu prüfst und registrierst selbstKostenlosNamen, die sonst keiner will

Bei begehrten Namen ist die Freigabe ein Wettrennen. Spezialisierte Dienste senden in den ersten Sekunden viele Registrierungsanfragen über zahlreiche Verbindungen. Ein einzelner Registrar mit normaler Anbindung hat bei unbekannten Namen gute Chancen, bei gefragten kaum welche. Die Technik dahinter steht unter Drop-Catching.

Backorder für .de-Domains

Bei .de gibt es kein Ablaufdatum, auf das man sich einstellen könnte. Das wichtigste Signal ist die Löschung selbst: Die Domainabfrage der DENIC zeigt dann an, dass die Domain gelöscht wurde und sich in der Karenzphase befindet. Ab diesem Tag läuft die 30-Tage-Frist. Holt der bisherige Inhaber die Domain in dieser Zeit nicht zurück, wird sie für alle frei.

Ein Backorder für .de lohnt sich also vor allem ab dem Moment, in dem die Löschung sichtbar ist. Vorher wettest du darauf, dass jemand vergisst zu zahlen und sein Anbieter dann löscht. Das passiert, aber selten zu einem Zeitpunkt, den man vorhersehen kann. Mehr zu den Fristen steht unter abgelaufene Domains.

Für .com und andere gTLDs ist der Fahrplan genauer: Status autoRenewPeriod heißt abgelaufen, redemptionPeriod gelöscht und noch etwa 35 Tage bis zur Freigabe, pendingDelete noch etwa fünf Tage.

Was kostet ein Domain-Backorder?

Die Preise unterscheiden sich zu stark zwischen Diensten und Endungen, um eine verlässliche Zahl zu nennen. Vorhersehbar ist die Struktur:

  • Eine feste Gebühr pro Auftrag, entweder vorab oder nur bei Erfolg. Bei spezialisierten Diensten ist „nur bei Erfolg“ üblich.
  • Eine Auktion, wenn mehrere Kunden denselben Namen wollen. Nach oben gibt es dort keine Grenze außer der Zahlungsbereitschaft der Bieter.
  • Die Registrierung fürs erste Jahr, meist in der Gebühr enthalten.

Ein Name ohne Konkurrenz geht meist für die Grundgebühr weg. Ein kurzer Gattungsbegriff kann in der Auktion ein Vielfaches erreichen. Schreib dir dein Limit auf, bevor es losgeht.

Fragen an einen Backorder-Dienst

  1. Zahle ich nur, wenn die Domain wirklich für mich registriert wird?
  2. Welche Endungen deckt der Dienst ab? Viele konzentrieren sich auf .com und wenige andere, bei .de sind nicht alle aktiv.
  3. Wie läuft die Auktion bei mehreren Bestellern, offen oder verdeckt?
  4. Bei welchem Registrar landet die Domain, und kann ich sie danach zu meinem Anbieter umziehen?

Typische Fehler beim Vorbestellen

Ein paar Fehler kommen immer wieder vor. Der häufigste: Backorders auf Domains, die gar nicht gelöscht werden. Ein Name mit Status: connect und laufender Website ist kein Kandidat, sondern ein Wunsch. Wer trotzdem bestellt, sollte wenigstens einen Dienst wählen, der nur bei Erfolg Geld nimmt.

Der zweite Fehler ist, bei mehreren Diensten gleichzeitig zu bestellen, ohne die Bedingungen zu kennen. Gewinnt man bei zwei Diensten jeweils die interne Auktion, kann man am Ende doppelt in der Pflicht stehen. Lies vorher, wann ein Gebot verbindlich wird.

Der dritte: kein Limit. Auktionen um gelöschte Domains laufen oft nur wenige Tage, und wer mitten im Bieten sein Budget festlegt, zahlt meist zu viel. Und schließlich wird oft vergessen, die gefangene Domain danach zu prüfen: Steht sie auf deinen Namen, stimmen die Kontaktdaten, ist die automatische Verlängerung an?

Backorder oder anderer Name?

Ein Backorder lohnt sich, wenn der Name das Warten wert ist und du einen Plan B hast. Hängt dein Start nicht davon ab, platziere den Auftrag und arbeite mit der zweiten Wahl weiter. Brauchst du die Domain diesen Monat, sind die Wege unter Domain vergeben: was tun? sinnvoller. Wann genau eine Domain frei wird, erklärt Wann wird eine Domain frei?.

Für den Plan B gibst du die besten Kandidaten in eine Suche über alle Endungen ein und hebst dir die Liste auf. Scheitert der Backorder, registrierst du die Alternative zum festen Jahrespreis, etwa eine .eu-Domain für 10,99 € oder eine Endung aus der kompletten Preisliste.

Schritt für Schritt

  1. Status prüfenIn der DENIC-Abfrage oder im RDAP nachsehen, ob die Domain gelöscht wurde oder abgelaufen ist.
  2. Art des Backorders wählenFür wenig gefragte Namen reicht ein einfacher Backorder, für begehrte Namen ein spezialisierter Catching-Dienst.
  3. Kostenmodell klärenHerausfinden, ob vorab oder nur bei Erfolg bezahlt wird und was bei mehreren Bestellern passiert.
  4. Auktionslimit festlegenVor einer möglichen Auktion eine Obergrenze aufschreiben und dabei bleiben.
  5. Freigabetermin beobachtenDen erwarteten Termin notieren und danach prüfen, ob die Domain gefangen, verlängert oder einfach frei ist.

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Häufige Fragen

Garantiert ein Backorder, dass ich die Domain bekomme?

Nein. Der Inhaber kann bis zur Löschung verlängern, bei .de sogar noch 30 Tage danach neu registrieren. Außerdem können andere Dienste schneller sein. Ein Backorder verbessert nur deine Chancen.

Kann ich eine .de-Domain vorbestellen, die nicht gelöscht wird?

Du kannst den Auftrag platzieren, aber .de-Domains haben kein Ablaufdatum. Ein Name, den jemand regelmäßig bezahlt, wird vielleicht nie frei. Prüfe vorher, ob es Anzeichen für eine Löschung gibt.

Was passiert, wenn zwei Leute dieselbe Domain vorbestellen?

Beim selben Dienst gibt es meist eine interne Auktion unter allen Bestellern. Konkurrieren verschiedene Dienste, gewinnt der, der die Domain zuerst registriert. Die anderen berechnen in der Regel nichts.

Ist ein Backorder dasselbe wie ein Dispute-Eintrag?

Nein. Ein Dispute-Eintrag bei der DENIC setzt ein eigenes Recht am Namen voraus und sorgt dafür, dass die Domain bei einer Löschung direkt an dich geht. Ein Backorder ist nur ein Registrierungsversuch im Moment der Freigabe, ohne jede rechtliche Wirkung.