Eine Registry-Premium-Domain ist ein Name, für den die Registry der Endung selbst einen erhöhten Preis festlegt, nicht ein Händler. Kurze Wörter und gefragte Begriffe landen in Preisstufen weit über dem Standard. Je nach Registry gilt der Aufpreis nur bei der Registrierung oder jedes Jahr, deshalb immer den Verlängerungspreis prüfen.
Du suchst einen kurzen, naheliegenden Namen unter einer neuen Endung, und die Suche meldet „frei“. Dann der Preis: nicht 30 € im Jahr, sondern 900 €. Niemand besitzt den Namen. Die Registry der Endung hat nur entschieden, dass dieses Wort mehr wert ist als andere. Genau das ist eine Registry-Premium-Domain.
Was ist eine Premium-Domain?
„Premium“ steht für drei verschiedene Dinge, und wer sie verwechselt, trifft schlechte Entscheidungen.
| Art | Wer den Preis festlegt | Verlängerung | Verhandelbar? |
|---|---|---|---|
| Registry-Premium | Die Registry der Endung | Premium oder Standard, je nach Registry | Nein |
| Zweitmarkt („Aftermarket“) | Der aktuelle Inhaber | Danach Standardpreis | Ja |
| Aufschlag des Registrars | Der Registrar | Meist jedes Jahr derselbe Aufschlag | Nein, aber Anbieterwechsel möglich |
Um die erste Art geht es hier. Der Name wurde nie verkauft oder ist zurück in den Pool gefallen, und die Registry hat ihn in eine Preisstufe über dem Standard einsortiert. Dein Registrar bekommt den Preis von der Registry und gibt ihn weiter.
Wie Registry-Premium-Stufen funktionieren
Registries sortieren Premium-Namen in Stufen. Die Grenzen unterscheiden sich, die Logik ist ähnlich: Wörterbuchbegriffe, kurze Zeichenfolgen und kommerziell interessante Begriffe kommen in höhere Stufen, der Rest bleibt beim Standardpreis. Wie viele Namen auf diesen Listen stehen, ist von Registry zu Registry sehr verschieden.
Technisch kommt der Preis über die EPP-Fee-Extension (RFC 8748) zum Registrar. Bei der Verfügbarkeitsabfrage antwortet die Registry mit „frei“ und den Preisen für Registrierung, Verlängerung, Transfer und Wiederherstellung. Ein Registrar, der das nicht unterstützt, verkauft Premium-Namen gar nicht. Das ist einer der Gründe, warum eine Domain nicht verfügbar ist, obwohl sie frei wirkt.
Premium-Domain: der Verlängerungspreis entscheidet
Den Preis im ersten Jahr siehst du sofort. Mit dem Verlängerungspreis lebst du. Registries lösen das auf zwei Arten:
- Premium-Verlängerung: Du zahlst jedes Jahr den Preis der Premium-Stufe.
- Standard-Verlängerung: Du zahlst den Aufpreis einmal, danach den normalen Preis.
Welches Modell gilt, legt jede Registry selbst fest, manchmal je Stufe. Eine Rechnung über fünf Jahre zeigt den Unterschied:
| Premium-Verlängerung | Standard-Verlängerung | |
|---|---|---|
| Jahr 1 | 500 € | 500 € |
| Jahr 2 bis 5 | 4 × 500 € = 2.000 € | 4 × 40 € = 160 € |
| Summe | 2.500 € | 660 € |
Die Zahlen sind ein Beispiel, das Verhältnis ist realistisch. Bevor du eine Premium-Domain registrierst, muss der Verlängerungspreis klar ausgewiesen sein. Zeigt ein Anbieter nur den Preis fürs erste Jahr, frag nach oder such woanders.
Bei neuen gTLDs gibt der ICANN-Registry-Vertrag etwas Schutz: Preiserhöhungen für Verlängerungen müssen 180 Tage vorher angekündigt werden, und alle Inhaber zahlen grundsätzlich denselben Verlängerungspreis, es sei denn, ein abweichender Preis wurde bei der Registrierung klar genannt. Eine im Bestellprozess angezeigte Premium-Verlängerung gilt als genannt.
Gibt es Premium-Preise bei .de und .com?
Kurz: nein. Die DENIC berechnet für jede .de-Domain denselben Betrag, ob „ab.de“ oder „baeckerei-mueller-kassel.de“. Deshalb kostet jede freie .de-Domain bei betadomain 2,99 € im Jahr, egal wie kurz sie ist. Ähnlich bei .com: Eine nie registrierte .com kostet den normalen Registry-Preis, bei betadomain 14,99 €.
Premium-Stufen sind vor allem eine Sache der neuen gTLDs, die seit 2014 gestartet sind, etwa .online, .shop, .store oder .xyz, und einiger kommerziell betriebener Länderendungen. Wer fünfstellige Preise für .de- oder .com-Namen sieht, schaut auf den Zweitmarkt.
Warum ist die Domain so teuer? So erkennst du die Art des Preises
- Whois oder RDAP zeigt keinen Inhaber, der Preis ist trotzdem hoch: Registry-Premium.
- Es gibt einen Inhaber, und eine Plattform nennt einen Preis: Zweitmarkt.
- Zwei Registrare nennen sehr unterschiedliche Preise: Einer schlägt bei Premium kräftig auf, oder einer unterstützt Premium gar nicht.
Viele Registries veröffentlichen auf ihrer Website, ob Premium-Verlängerungen gelten. Welche Registry für eine Endung zuständig ist, steht in der Root-Zone-Datenbank der IANA.
Lohnt sich eine Premium-Domain?
Manchmal. Ein einzelnes Wort unter einer passenden Endung mit Standard-Verlängerung kann günstiger sein als eine vergleichbare .com vom Zweitmarkt. Eine Premium-Domain mit Premium-Verlängerung dagegen ist eine Dauerbelastung, und ausweichen kannst du nicht, weil es pro Endung nur eine Registry gibt.
Ein brauchbarer Test: Würdest du den Verlängerungspreis zehn Jahre lang jedes Jahr zahlen, statt einen ordentlichen Alternativnamen zu nehmen? Wenn nicht, schau dir Alternativen, wenn die .com vergeben ist an oder einen etwas längeren Namen aus den Domain-Namen-Ideen. Gerade bei kurzen Namen schlagen Premium-Preise zu, mehr dazu unter kurze Domain finden.
Ob ein Name Premium ist und was die Verlängerung kostet, siehst du in der Domain-Suche mit Registry-Abfrage. Die Standardpreise aller Endungen, von .online für 41,99 € bis .store für 65,99 €, stehen in der Liste der Jahrespreise.
Domain gefunden? Prüfen und registrieren kannst du sie direkt bei betadomain – Jahrespreis ab 2,99 €.
Häufige Fragen
Gibt es Premium-Domains bei .de?
Nicht im Sinne von Registry-Premium. Die DENIC berechnet für jede .de-Domain denselben Preis, egal ob kurz oder lang. Teure .de-Domains, die du siehst, sind Angebote von Inhabern auf dem Zweitmarkt.
Kann ich den Premium-Preis verhandeln?
Nein. Die Registry legt die Stufe fest, der Registrar gibt den Preis weiter. Verhandeln kannst du nur auf dem Zweitmarkt, wo ein privater Inhaber den Preis bestimmt.
Bleibt eine Premium-Domain nach einem Anbieterwechsel teuer?
Ja. Der Premium-Status hängt am Namen in der Registry, nicht am Registrar. Ein Wechsel ändert nichts an dem Verlängerungspreis, den die Registry verlangt.
Darf eine Registry den Premium-Preis später erhöhen?
Bei neuen gTLDs muss sie Preiserhöhungen für Verlängerungen laut ICANN-Registry-Vertrag 180 Tage vorher ankündigen. Innerhalb dieses Rahmens sind Änderungen möglich. Eine niedrige Premium-Verlängerung heute ist also keine Garantie für immer.